1. Moritat anlässlich des 200. Geburtstags von Philipp Keim  (Zeitungssänger 1804-1884)

 

1. Leute, hört die tragische Geschichte
aus Diedenbergen, die ich hier berichte:
Wie Philipp Keim
Meister des Reim
sein langes Leben hat verbracht - in finstrer Nacht!

 

2. Als Sohn des Lehrers wurde er geboren
zum Bänkelsänger ward er auserkoren.
Das Schicksal nahm
ihm ohn’ Erbarm
mit siebzehn Jahr’n sein Augenlicht - der arme Wicht!

 

3. Herzog von Nassau in mildtätger Güte
den dieses Elend tief im Herzen rührte,
schenkt ihm ne Orgel ja
und in allen Orten da
darf er spielen für sein täglich’ Brot - ohne Not!

 

4. Alsbald fing Philipp an auch selbst zu dichten
zum Singen ließ er es vom Lehrer sich einrichten
und später freite dann
er als ein kluger Mann
die Liesbeth Fröschel, eine dralle Magd - unverzagt!

 

5. Von nun an sangen uns’re Beiden im Duett
Philipp war hager, Liesbeth die war eher fett.
Ihr Anblick freute
nah und fern die Leute
sie an der Orgel und er an der Violin - ein starkes Team“

 

6. Sie sangen über Liebe, Kriege, Leid und Not
Verbrechen, Hochzeit, Militär, Regierung, Tod,
wenn man sie kommen sah
jubelt die Kinderschar
denn überall im Nassauer Land war’n sie bekannt - allerhand!

 

7. Nach einem Mahl wo beide arg sich streiten
während des Heimwegs musste Schlimmes er erleiden
„Hüpp, Philipp!“ rief sie nun
„Hier ist ein Graben schon!“
Er sprang und knallte mit dem Kopf an einen Baum - ein Albtraum!

 

8. Über den Herzog durfte niemand schlechtes sagen
Einen der’s tat wollt’ Philipp mit dem Stocke schlagen
Und traf den Teller da
Mit Liesbeths Brootworscht ja 
Die Soße spritzt ihm ins Gesicht und an die Wand - so ‚ne Schand!

 

9. „Ich bin ein Mörder!“ gellte laut sein Schrei
„Die Hernschaal schlug ich ihm wohl ganz entzwei!“
Als danach er erfuhr
es war der Teller nur
fiel zentnerschwer ein Stein ihm von dem Herz - bodenwärts!

 

10. Die Liesbeth, seine starke Antriebskraft
ward von der Wassersucht jählings dahingerafft
und so ergibt sich’s
mit zweiundsiebzig
ist Philipp Keim nun wieder ganz allein - welche Pein!

 

11. Zieht mit dem „Schwonewerth“ nun durch die Lande
im Nassauer Hof in Wallau verliert er bei dem Brande
sein Orgelinstrument
es ist ihm abgebrennt
jetzt hat er nur noch seine „Vicholin“ - immerhin!

 

12. Das Schicksal nahm nun jetzt sein Leben in die Händ’
verarmt und einsam fand mit achtzig er sein End’
lag tagelang tot nun
bis dass er stank schon
man trug ihn unten rum zum Friedhof ’raus - welch ein Graus!

13. Nun ruht er sanft im Grabe wie ein jeder
wir, seine Nachfahren Generationen später
zieh’n unsern Hut
vor seinem Mut
und seiner unbändigen Überlebenskraft - beispielhaft!

(Copyright: "Hofheimer Moritatensänger" 2004 - Melodie: Hulda, die Leipziger Moitat)

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2. Moritat anlässlich der Einweihung des Hornwerks "Salzburger Stiers"

    Weltkulturerbe auf der Hohensalzburg in Salzburg, Austria

 

1. Im Salzburger Land gab es einen Bischof

Matthaeus Lang genannt.

Regierte mit Härte und Strenge die Bauern

und Bergleut’ im ganzen Land.

Das tat diesen nicht gefallen

drum setzten sie sich zur Wehr.

Am Fuße der Feste Hohensalzburg

versammelte sich das Heer.

2. Zwölf lange, bange Wochen bedrohten

sie Menschen, Burg und Stadt.

Sie plünderten alles, brandschatzten und raubten

und wurden dabei doch nicht satt.

und dachten auch der Bischof

dort droben hungert sehr.

Und kann sich bestimmt mit seinen Getreuen

nicht lange setzen zur Wehr.

 

3. Doch Bischof Matthaeus war ein schlauer,

er griff zu einer List.

Ließ treiben ’nen weißen Stier auf die Mauer,

wie Ihr heute alle wisst.

Die Angreifer dachten es wäre,

von der Nahrung das letzte Stück.

Doch tags drauf ward zum großen Erstaunen,

ein schwarzer Stier erblickt.

 

4. So ging es Tag für Tag stets weiter,

mal war er schwarz, mal weiß.

Was niemand von den Bauern wusste,

das geben wir jetzt Preis:

Der Bischof hatte Farbe,

er malte das Tier schwarz an.

Am anderen Tage da wurd’ es gewaschen,

getäuscht so der einfache Mann.

 

 

5. Die Bauern zogen mutlos heimwärts,

vorbei war der böse Krieg.

So feierten ohne Schwert und Degen,

die Stierwäscher ihren Sieg.

Zum Gedenken an diese Tage,

ertönt heut’ ein Hornwerk hier.

Den Spendern sei Dank, es darf wieder brüllen,

der alte Salzburger Stier.

.(Copyright: Hofheimer Moritatensänger, 26.10.2002 - Melodie: Sabinchen war ein Frauenzimmer)

 

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3. Die Hofheimer Moritat

1. Hört Ihr Leut’ es gibt ein Städtchen
in dem Hessenland,
es liegt zwischen Mainz und Frankfurt
und war den Römern bekannt.

 

Refrain: Dieses Städtchen Hofheim liegt am Taunusrand,
kommt ruhig her und schaut es Euch doch mal selber an!

 

2. Römer, Chatten und Teutonen
stellten sich hier ein,
auf dem Römerlager Hochfeld
türmt sich Stein auf Stein.

 

3. Als die schwarze Pest im Lande
arg gewütet hat,
wurde dieser Ort verschonet
weil man gelobet hat.

 

4. Ein Kapellchen wurd’ erbauet
auf dem Räuberberg,
heut noch kann man es erschauen,
wenn man nach Hofheim fährt.

 

5. Rathaus, Hexenturm und Zollhaus
könnt Ihr auch noch seh’n
und wo einst die Römer wachten
jetzt das Kreishaus steht.

 

6. Ob in Frankreich oder England
sind wir wohl bekannt,
über Grenzen die einst trennten
man viele Freunde fand.

7. Wäldchestag und Altstadtfeste
feiert man hier gern
und es drängeln sich die Gäste
dann aus nah und fern.

 

(Copyright: "Hofheimer Moritatensänger" - Melodie: "Schön Lieschen" März 2002)

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Weitere Lieder im Repertoire:

  • 200 Jahre Schumann in Zwickau
  • Am Mühlbach
  • Bummelpetrus
  • Das Lied der Straßensänger
  • Das Medaillon
  • Das Wirtshaus an der Lahn
  • Der Butterräuber aus Halbestadt
  • Der Graf und seine Magd
  • Der Hauptmann von Köpenick
  • Der Orgelsmann
  • Der Wilddieb
  • Der Wildschätz Jennerwein
  • Die bleiche Gärtnersfrau
  • Die kumme Lanke
  • Die Mainzer Moritat vom Schinderhannes
  • Die Tragödie von Schloß Meyerling
  • Die Räuberbraut
  • Die Winde des Herrn Prunzelschütz
  • Drei Studenten
  • Es waren zwei Königskinder
  • Hamburglied
  • Heimat, süße Heimat
  • Hulda - Die Leipziger Moritat
  • König Ludwig
  • Lang, lang ist's her
  • Makie Messer
  • Mariechen saß weinend im Garten
  • Puppchen, due bist mein Augenstern
  • Rinaldo Rinaldini
  • Ritter Hugo und Ida
  • Sabinchen war ein Frauenzimmer
  • Schön ist so ein Ringelspiel
  • Schön Lieschen
  • Unter Linden
  • " ...Ihr Lorsbacher hört die schreckenskunde, die sich zutrug...!"
  • Moritat "Hofheimer Wohnungsbau HWB" - Feuerwehrzentrale

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Alle Meldodien werden mit einer 37er Hofbauerhanddrehorgel vorgetragen

 

 

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