Kleinkunst, Straßentheater, Comedy & tolle Unterhaltung

Menschen, höret die Geschichte, die erst kürzlich ist gescheh’n …!“

 

Hofheimer Moritatensänger seit 1987

 

Die Moritat: Mordtat, Moraltat oder "mores", das soviel wie Furcht, Schrecken oder Geschrei bedeutet. Text, Bild und Präsentation verschmelzen zu einem musikalischen Vortrag. Moritatensänger waren Nachrichtenübermittler, Zeitungssinger, Unterhalter und Neuigkeitenschilderer.

 

 

Die Wiederkehr eines besonderen Datums erinnert an die Vergangenheit vielfältiger Ereignisse, Verdienste oder gar Besonderheiten: Das in 2017 bevorstehende 30igjährige Jubiläum der Gesangs-, Musik- und Straßentheatergruppe „Hofheimer Moritatensänger“. Dagmar und Matthias Dresel, Uschi Geppert-Gröhl und Gerd Gröhl, Sonja Josten, Helga und Hans Müller und Günter Zimmermann sind die Akteure.

"Zeitungssinger mit bunten Tafeln"

 

Das Ensemble, die „Hofheimer Moritatensänger“ zeichnen sich durch eine hohe Qualität und Originalität aus. Kreative Entwicklungen von Musik- und Gesangsstückeangeboten, gepaart mit spannender Comedy, bilden die Basis für eindruckstarke Straßenmusiktheaterstücke. Die wiederkehrende Präsenz durch regelmäßige Einladungen auf Straßenfeste, Jubiläen, Eröffnungsfeiern, historische Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen oder bei Benefizveranstaltungen ist ein Beleg für die große Zufriedenheit der Zuhörer, Kunden und Veranstalter. Viele tausend Zuhörer und Zuschauer haben sich während der drei Jahrzehnte begeistert und erfreut. Mit der Eröffnung einer Vorstellung werden die Gäste eingeladen: „Menschen, höret die Geschichte, die erst kürzlich ist gescheh’n, die wir treulich euch berichten, lasst uns dran ein Beispiel seh’n. Lasst uns redlich hier nur handeln, treu erfüllen uns’re Pflicht, stetes der Tugend Pfad nur wandeln, Tugend gibt uns reines Licht.“ 

 

Geschichte: Wenn Bänkelsänger vor ihre bunten Tafeln traten und mit ihren Stöcken auf die gar schrecklichen Bilder zeigten und von noch schreck-licheren Ereignissen berichteten, waren das im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Ereignisse, wie heute ein Fernsehabend oder Kinobesuch. Die naiven Bilder nebst den dazugehörigen Schauer-, Liebes-, Räuber- und Spielgeschichten sind Teil unserer Volkskunst und haben ihre kulturhistorische Bedeutung in der Entwicklungslinie von Film, Comic und Trivialliteratur. Angrenzende Gebiete wie Straßentheater, Kunst oder Straßenmusik fanden ihre Entsprechung. 

 

Bis in die zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts gehörten die Bänkel-, Moritaten-, Zeitungs-, Geschichten-, Balladensänger, Chansonnier und wie sie alle genannt wurden zum bunten Bild auf Plätzen, Straßen, Märkten oder wo viele Menschen sich versammelten und waren bedeutungsvolle Informationsmakler und -händler.

 

"Sie bauten ihre Gestelle, das „Bänkel“ auf...",

entrollten ihre farbenprächtigen Tafeln oder Schilder und begannen, begleitet von ihrer Drehorgel/Leierkasten ihre Vorträge, Lieder, Texte oder Darbietungen. Besondere Ereignisse, Katastrophen und Unglücksfälle, Raub- und Mordgeschichten, besonders aber traurige Schicksale der Liebe waren die Themen, die der Bänkelsänger zur Information, zur Unterhaltung und zur moralischen Ermahnung behandelte. Dem Volk aufs Maul geschaut und politische Kommentare in Wort und Tat auf Gassen und Plätzen.

 

Die „Hofheimer Moritatensänger“ trugen Lieder, Geschichten, Tafeln, Bilder und viele Requisiten zusammen, um diese Tradition des alten fahrenden Gewerbes in der heutigen Zeit zu zeigen, vorzutragen und weiter zu entwickeln. Ihr Interesse gilt der Fortschreibung dieser wichtigen medialen Entwicklung neben Zeitung, Film und Fernsehen. Die moderne Fortsetzung in weltumspannenden Netzen des Internets, einer Mediengesellschaft.

 

Beispiele aus dem eigenen Repertoire der „Hofheimer Moritatensänger“: Der Zeitungssänger und seine Frau: „200 Jahre Philipp und Lisbeth Keim 2004“, „Die Hofheimer Moritat 1987“, „Schausteller treffen sich in Frankfurt 2001“, 650-Jahre Hofheim am Taunus: „Hofheimer Geschichte 2002“,Weltkulturerbe auf der Hohen Salzburg: „Der Salzburger Stier 2002“, „Hofheimer Wohnungsbau HWB“ und „Ihr Lorsbacher hört die Schreckenskunde 2006“.

Im Weiteren wurde historisches Liedgut zusammengetragen. Einige Beispiele: „Bummelpetrus“, „Die Mainzer Moritat vom Räuber Schinder-hannes“, „Es waren zwei Königskinder“, „Mariechen saß weinend im Garten“, „Schön ist so ein Ringelspiel“, „Mackie Messer“ oder „Puppchen du bist mein Augenstern“. Zwickau, Marburg, Zurzach, Nürnberg, Köln, Frankfurt usw. waren interessante Spielorte bis heute. Insgesamt umfasst die eingesetzte Liedersammlung 50 Stücke. Die musikalische Begleitung erfolgt mit einer 37-Tonstufen Handdrehorgel.

 

"Wie alles begann"

Anlässlich einer Schuljubiläumsfeier in der Heiligenstockschule wurde die Idee geboren hierbei eine „Moritat“ zu schreiben und vorzutragen. In den Familien Walch und Gröhl beschäftigte man sich schon lange mit selbst-spielenden mechanischen Musikinstrumenten. Die Kunstform war somit bekannt, ordentliche Instrumente zur Begleitung standen zur Verfügung und schon war der Ursprung der Gruppe geboren.

 

Der große Erfolg ermunterte und schon bat man um einen Beitrag im Rahmen des Hessentages in Hofheim. Material, Professionalität und Beiträge wuchsen bis heute. Die semiprofessionelle Gemeinschaft blickt auf viele Erlebnisse und Ereignisse zurück. Einige Beispiele: Sommerfest in der Landesvertretung Hessen Bonn, Hessentag Hofheim, 200 Jahre Philipp Keim, 200 Jahre Hessen Nassau in der Hessischen Landesbibliothek, Einweihung des Weltkulturerbes „Salzburger Stier“, Festival Memusi Wien, Volkstheater mit Moritat, Dichterlesungen und Musikbegleitung, historische Feste, Gallusmärkte in Hofheim, Jubiläen und Events im deutsch-sprachigem Raum in Österreich, Schweiz und Deutschland.

 

"Dies und Das"

„Auf Tour, Kleinkunstwettbewerb und die vergessene Kurbel für die Drehorgel“ …. Im gleichen Jahr, Koffer, Moritatentafeln, Requisitenkoffer usw., Alles dabei, nur die Notenprogramme für 2/3 der Stücke/ Steuerung der Drehorgel lagen unberührt im Wohnzimmer. Nur mit viel Improvisation gelang ein schöner Auftritt, keiner hat was gemerkt. Aus einer lustigen Probe in einem Landlokal wurde eine Veranstaltungsserie, die als „Räuber Schinderhannes“, jeweils das ganze Lokal, samt Gartenwirtschaft ergriff. Anerkennungen, Lob und Dank erfreut die musikalischen Botschafter Hofheims und ermuntert sie regelmäßig, neben Job, Familie und vielerlei ehrenamtlichem Engagement weiter einen musikalisch-kulturellen Beitrag als Moritatensängerinnen und -sänger zu pflegen.

 

Wenn Bänkelsänger vor ihre bunten Tafeln traten und mit ihren Stöcken auf die gar schrecklichen Bilder zeigten und von noch schrecklicheren Ereig-nissen berichteten, waren das im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Ereignisse, wie heute ein TV-Abend oder Kinobesuch. Die naiven Bilder nebst den dazugehörigen Schauer-, Liebes-, Räuber- und Spielgeschichten sind Teil der Volkskunst und haben ihre kulturhistorische Bedeutung in der Entwicklungslinie von Film, Comic und Trivialliteratur. Angrenzende Gebiete wie Straßentheater, Kunst oder Straßenmusik fanden ihre Entsprechung.

 

 

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